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11.02.2009

Die Ukraine und Europa

In der Messeszene zeichnet sich eine Welle der Konsolidierung ab.

In einem FAZ-Interview hat die ukrainische Ministerpräsidentin Julija Timoschenko die Bedeutung der europäischen Einbindung der Ukraine unterstrichen.

Juliya Timoschenko

Im Zusammenhang nicht zuletzt mit dem Gas-Streit mit Russland betont Frau Timoschenko hierzu:

„Wichtig ist für uns die Europäische Integration der Ukraine. Das ist nicht nur das strategische Ziel der ukrainischen Außenpolitik, es hat auch in der Bevölkerung Priorität. Gerade weil es nach wie vor eine gewisse mentale Spaltung zwischen der Ost- und der Westukraine gibt, ist die Idee der Integration in Europa für uns von großer Bedeutung. Und die Ukrainer glauben daran. Ich verstehe ganz gut, dass es im Augenblick in der EU mit der Erweiterung einige Schwierigkeiten gibt. Darauf nehmen wir Rücksicht. Aber wir gehen diesen Weg mit Zuversicht. Die Ukraine verhandelt zur Zeit mit Brüssel über ein Assoziierungsabkommen. Wenn diese Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können, ist das schon ein enormer Fortschritt. Es braucht jetzt keine Parolen: Wir wollen in die EU! Wir müssen dafür sorgen, dass wir alle Voraussetzungen für einen Betritt erfüllen und uns nach und nach diesem Ziel annähern.“

Für den Ausbau des internationalen Handels, vor allem auch über Messen, bietet gerade die ukrainische Hauptstadt Kiew mit der Möglichkeit des visa-freien Zugangs sowohl aus den EU-Staaten als auch den GUS-Staaten eine gute Plattform. Die Bedeutung dieser Metropole wird ungeachtet der aktuellen Krise in den kommenden Jahren zunehmen - nicht nur für die Ukraine selbst, sondern auch für angrenzende Regionen in Nachbarländern. Eine steigende Aufmerksamkeit erfährt die Ukraine als Ausrichter der Fußball-Europameisterschaften UEFA EURO 2012 zusammen mit Polen.

Im Krisenjahr 2009 zeichnet sich unter den derzeit rund 110 ukrainischen Messeveranstaltern - darunter viele kleinere mit nur 1 - 2 Messen pro Jahr - eine Welle der Konsolidierung ab. Erwartet wird, dass sich die Zahl der Messeveranstalter bis Herbst 2009 auf etwa 40 - 50 Unternehmen reduziert. Die gut etablierten Player, etwa Euroindex, die Nummer 1 für Fachmessen in der Ukraine mit einem Portfolio von 25 Veranstaltungen, haben dagegen gute Chancen gestärkt aus der Krise hervor zu gehen.